Modulhaus bis über 100 m²: Planung, Genehmigung & Einzug am selben Tag
- vor 4 Tagen
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Wer zum ersten Mal von Modulhäusern hört, denkt oft: „Klingt ja einfach – anliefern, zusammenbauen, fertig.“ Und ja: Am Montagetag kann man tatsächlich oft schon einziehen.
Aber damit dieser „Wow-Moment“ vor Ort reibungslos klappt, steckt dahinter etwas, das man nicht sieht: präzise Planung, saubere Vorbereitung und ein klarer Ablauf.

Wir bei Vagabundo Tinyhouse fertigen Modulhäuser bis zu über 100 m² in mehreren Hausteilen im Werk vor – inklusive hoher Vorfertigung. Anschließend werden die Module über mehrere LKWs angeliefert und vor Ort montiert. Das Ergebnis: kurze Bauzeit auf dem Grundstück, planbare Qualität und ein kontrollierter Prozess.
Warum es am Ende schnell geht – und am Anfang gründlich sein muss
Die Montage ist die Kür. Die Pflicht liegt davor. Denn jedes Grundstück, jede Gemeinde und jedes Bundesland bringt eigene Anforderungen mit sich. Damit am Ende alles „wie am Schnürchen“ läuft, braucht es im Vorfeld eine saubere Klärung der Rahmenbedingungen.
Typische Themen sind unter anderem:
Baugenehmigung / Bauantrag (je nach Verfahren und Bundesland unterschiedlich)
Bodenvorbereitung & Erdarbeiten
Leitungen & Anschlüsse (Wasser, Abwasser, Strom – häufig inkl. Baustrom und Bauwasser)
Fundament / Gründung, passend zum jeweiligen Bodenaufbau
Statik / Standsicherheitsnachweis
Energieeffizienz- und Wärmeschutznachweis nach GEG
Schallschutz- und Brandschutznachweise (je nach Gebäude und Nutzung)
Bodengutachten / Baugrunduntersuchung
Vermessung / amtlicher Lageplan
Baumbestand, Abstandsflächen und örtliche Vorgaben (z. B. Bebauungsplan oder Gestaltungssatzungen)
Wichtig dabei: Nicht jedes Projekt benötigt alle genannten Punkte in gleichem Umfang.Welche Nachweise und Vorarbeiten tatsächlich erforderlich sind, hängt immer vom Grundstück, dem Hausmodell und der individuellen Planung ab.

Ein großer Vorteil bei unseren Modulhäusern: Bei bestehenden Hausmodellen ohne individuelle Sonderplanung Vagabundo Weekend und Vagabundo Living liegen viele Unterlagen bereits vor. Standsicherheitsnachweise, Schallschutz- und Brandschutzkonzepte können in diesen Fällen oft direkt übernommen werden – das spart Zeit, Kosten und Abstimmungsaufwand.
Kurz gesagt: Das Modulhaus ist planbar – das Grundstück ist individuell. Genau deshalb arbeiten wir strukturiert: Erst klären wir gemeinsam, was wirklich nötig ist. Dann starten wir mit der Produktion.
Unser Ablauf in der Praxis: vom Grundstück bis zum Einzug
1) Klären, was auf dem Grundstück möglich ist
Bevor produziert wird, müssen die Rahmenbedingungen stimmen: Baufenster, Abstandsflächen, Erschließung, Zufahrt, Kranstellfläche, Leitungswege. Häufig lohnt sich auch eine frühe Rücksprache mit dem Bauamt. Bzgl. der Zufahrt können wir euch eine professionelle Einschätzung geben, in schwierigen Fällen können wir das bei einer Spedition für euch anfragen.
2) Genehmigungen & Nachweise sauber vorbereiten
Je nach Standort kommen verschiedene Unterlagen zusammen (Statik, Wärme-/Energie, Brand-/Schall, Entwässerung, Lageplan, ggf. Gutachten). Bei manchen Projekten hängt z.B. die Prüfpflicht von Nachweisen vom Verfahren und der Gebäudeart ab.
3) Grundstück vorbereiten: Fundament, Medien, Entwässerung
Damit die Montage „an einem Tag“ funktioniert, müssen Fundament und Anschlüsse fertig und korrekt positioniert sein. Auch Baustrom/Bauwasser ist in der Praxis oft ein Thema, weil ohne diese Versorgung vor Ort vieles nicht starten kann. Und: Regen- und Abwasser sind nicht nur „ein Rohr“ – vielerorts ist ein Entwässerungsantrag bzw. eine Genehmigung der Grundstücksentwässerung erforderlich.
4) Produktion im Werk
Sobald Genehmigung und Grundstücksvorbereitung stehen, starten wir mit der Fertigung. Der große Vorteil: Witterungsunabhängig, kontrolliert, mit hoher Maßgenauigkeit. Typisch ist: 1–2 Monate später erfolgt die Anlieferung des Modulhauses bzw. der Hausteile (projektabhängig).
5) Anlieferung & Montage
Die Module kommen per LKW, werden per Kran gesetzt, verbunden, abgedichtet. Für die Montage geben wir euch ein faires Angebot, die Handwerker kommen alle über uns. Wenn alles vorbereitet ist, entsteht dann vor Ort in kurzer Zeit ein echtes Zuhause – nicht eine Dauerbaustelle.

Was zusätzlich wichtig sein kann – und oft unterschätzt wird
Neben den klassischen Themen wie Genehmigung, Fundament und Anschlüssen gibt es weitere Punkte, die je nach Grundstück, Lage und Gemeinde eine Rolle spielen können. Nicht jedes Projekt braucht alles – aber frühzeitig darüber nachzudenken spart Zeit, Geld und Nerven.
Baustellenlogistik & Anlieferung
Da unsere Modulhäuser in mehreren Hausteilen per LKW geliefert werden, sind folgende Punkte besonders wichtig:
Zufahrtsmöglichkeiten für Schwerlastverkehr
Kurvenradien, Durchfahrtshöhen und Straßenbreite
Kranstellfläche auf dem Grundstück oder im öffentlichen Raum
ggf. Sondergenehmigungen, wenn Straßen oder Gehwege kurzzeitig genutzt werden müssen
Gerade in Wohngebieten oder bei schmalen Zufahrten ist eine frühe Prüfung entscheidend.
Transport & Timing
Modultransporte folgen einem festen Zeitfenster. Deshalb müssen:
Fundament und Anschlüsse termingerecht fertiggestellt
Zufahrten frei zugänglich
alle beteiligten Gewerke koordiniert sein
Nur so ist sichergestellt, dass die Montage reibungslos abläuft und der Einzug tatsächlich am selben Tag möglich ist.
Grundstück & Boden
Neben dem Bodengutachten können je nach Lage weitere Themen relevant sein:
Altlastenprüfung
Grundwasserstand
Tragfähigkeit bei besonderen Bodenverhältnissen
Versickerung oder Ableitung von Regenwasser
Diese Punkte beeinflussen nicht nur das Fundament, sondern auch Planung und Kosten.
Entwässerung & Regenwasser
Abwasser ist klar geregelt – Regenwasser jedoch nicht überall gleich. Mögliche Anforderungen:
Versickerung auf dem Grundstück
Zisterne
gedrosselte Einleitung
separate Genehmigung für die Grundstücksentwässerung
Weitere Anschlüsse & Infrastruktur
Neben Wasser, Abwasser und Strom werden häufig vergessen:
Telekommunikation / Internet / Glasfaser
Leerrohre für spätere Erweiterungen
Außenbeleuchtung, Wallbox oder Zusatztechnik
Umgebung & örtliche Vorgaben
Auch das direkte Umfeld spielt eine Rolle:
Baumbestand und Wurzelbereiche
Abstandsflächen zu Nachbargrundstücken
Bebauungsplan, Gestaltungssatzungen oder Ortsbildschutz
Lärmschutzanforderungen bei Nähe zu Straßen oder Gewerbe
Unser Ansatz: Klarheit statt Überraschungen
Ein Modulhaus ist kein „Bauen light“, sondern Bauen mit System. Je besser die Vorbereitung, desto entspannter der große Moment, wenn die Hausteile ankommen und aus einzelnen Modulen ein echtes Zuhause entsteht.
Genau dabei begleiten wir: vorausschauend, strukturiert und ehrlich – damit aus einem schnellen Einzug auch langfristig gutes Wohnen wird.

Bei Fragen gerne einfach per Mail bei uns melden info@vagabundo-tinyhouse.com
Eure beiden Geschäftsführer von Vagabundo,

Michael und Andreas