Die richtige Toilette für dein Tiny House


Du interessierst dich für das Thema Tiny House und insbesondere für die wichtige Frage: „Welche Toilette ist die Richtige für mich?“


Wir haben uns bereits intensiv mit dieser Frage beschäftigt und stellen dir hier drei verschiedene Möglichkeiten für dein Tiny House vor. Du erfährst die Vor- und Nachteile und kannst so hoffentlich für dich die „Geschäftsfrage“ leichter beantworten.

Denn die Entscheidung richtet sich nach ganz persönlichen Vorstellungen, dem Aufstellort, der Nutzung des Hauses und deinem Budget.

Luca und Michi von vagabundo haben sich mit dem Thema "die richtige Toilette für dein Tiny House" beschäftigt.

1. Der Klassiker – die Toilette mit Kanalisationsanschluss

Die erste Möglichkeit, die wir dir hier vorstellen ist eine herkömmliche Keramiktoilette, die an die Kanalisation angeschlossen wird. Diese Lösung erscheint für viele als die erste und komfortabelste Option. Denn mit einem Knopfdruck sind die Hinterlassenschaften weg. Ganz nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“. Da wir in Deutschland einem strengen Baurecht unterliegen, muss das Grundstück auf dem das Haus bewohnt werden soll ohnehin erschlossen sein (mehr dazu unter: Tiny House & Baurecht). Das bedeutet wiederum, dass eine Zu- und Abwasserleitung in den meisten Fällen nicht weit entfernt ist. Bei der Endmontage am Aufstellort kommt daher in jedem Fall das Anschließen an das Entsorgungsnetz hinzu. Dies muss auf jeden Fall berücksichtigt werden, da der Verbau dieser Toilette im ersten Schritt meist die kostengünstigste Lösung ist. Dieses WC ist also der absolute Klassiker und die erste Wahl für alle, die eine schnelle und komfortable Lösung suchen. Auch in der Hotellerie ist diese Option eine Empfehlung.


Vorteile:

+komfortabel

+günstige Anschaffung

+große Auswahl


Nachteile:

-Wasserverbrauch

-Aufwand beim Anschluss an die Kanalisation



2. Die autarke Öko-Alternative – die Trockentrenntoilette

Im Folgenden möchten wir dir eine echte Alternative zur herkömmlichen Keramikschüssel vorstellen: Die Trockentrenntoilette. Diese gibt es in verschiedenen Designs als Festeinbautoilette oder z.B. auch für Wohnmobile als mobile Toilette. Die Toilette hat den entscheidenden Vorteil gegenüber einer Chemietoilette, da diese ohne umweltschädliche Zusätze auskommt. Deswegen führen wir in diesem Blog-Eintrag auch keine Chemietoilette auf, da diese keine wirkliche Alternative darstellt. Wie der Name schon vermuten lässt, werden bei der Trockentrenntoilette feste und flüssige Ausscheidungen in zwei unterschiedlichen Auffangbehältern voneinander getrennt. Im Vorderen wird der Urin aufgefangen, im Hinteren die Feststoffe. Dass man mit dieser Toilettenlösung mit üblen Gerüchen zu kämpfen hat ist ein Trugschluss. Durch die Trennung können die im Kot enthaltene Enzyme mit dem im Urin enthaltenen Harnstoff keine geruchsintensive Ammoniakverbindung eingehen. Die Trocknung des Feststoffes wird dann noch durch die Zugabe eines natürlichen Streus begünstigt. Die Vorteile dieser Toilettenlösung liegen somit klar auf der Hand. Die Entsorgung des natürlichen Abfallproduktes geschieht ganz leicht über Kompost oder Hausmüll. Der Urin kann verdünnt als Dünger für den Garten eingesetzt werden. Es ist also die ideale Lösung, wenn du dich für eine autarke Lösung interessierst, denn diese Toilette funktioniert ohne Zu- und Abwasseranschluss.


Vorteile:

+autark

+chemiefrei

+kein Wasserverbrauch

+Verwendung als Dünger möglich


Nachteile:

-höherer Arbeitsaufwand



3. Das autarke Hightechwunder – die Verbrennungstoilette

Ähnlich der Trockentrenntoilette kommt die Verbrennungstoilette ohne Zu- und Abwasseranschlüsse aus und eignet sich somit ebenfalls als autarke Toilettenlösung. Äußerlich ist auch diese Toilette relativ unauffällig. Betrachtet man die Technik dahinter, erkennt man, dass es sich hier um eine ganz besondere Toilette handelt. Sie funktioniert entweder über einen 230V-Stromanschluss oder einen Gasanschluss. Die Hinterlassenschaften werden bei dieser Toilette in einer Brennkammer bei bis zu 600° verbrannt. Die dabei entstehenden Gase werde über ein Abzugsrohr ins Freie geleitet. Die Reste werde in Form von Asche in einem Auffangbehälter gesammelt, welcher nach 50-100 Toilettengängen entleert werden muss. Diese Option eignet sich hervorragend, wenn du dich Unabhängig von Zu- und Abwasserleitungen machen willst. Einzig und allein die relativ hohen Anschaffungskosten können hier ein Hürde darstellen.


Vorteile:

+autark

+kein Wasserverbrauch

+Asche als einzige Hinterlassenschaft


Nachteile:

-Strom bzw. Gasverbrauch

-hohe Anschaffungskosten



Alle drei Toiletten haben ihre Daseinsberechtigung und am Schluss entscheidest du, welches Produkt du in deinem Tiny House installieren möchtest. Wir hoffen, wir konnten dir einen guten Überblick verschaffen und du findest die richtige Toilette für dein Tiny House. Falls dir dieser Artikel gefallen und weitergeholfen hat, kannst du uns gerne einen Kommentar hinterlassen oder den Beitrag mit deinen Freunden teilen.


Falls dich das Autarkie Thema interessiert, haben wir einen weiteren spannenden Artikel für dich: Photovoltaik - Autarkie fürs Tiny House



Dein Team von vagabundo living Luca, Michi & Andi

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